Künstliche Intelligenz gilt häufig als objektiv – doch die Systeme, die wir entwickeln und nutzen, entstehen nicht unabhängig von gesellschaftlichen Strukturen und Wertvorstellungen. Sie können bestehende Ungleichheiten reproduzieren oder verstärken, etwa entlang von Geschlecht. Als Antwort darauf wird vielfach eine „menschenzentrierte“ Gestaltung von KI gefordert. Doch wer ist mit „dem Menschen“ eigentlich gemeint – und welche Perspektiven bleiben dabei unberücksichtigt?
Der Vortrag nimmt diese Fragen zum Ausgangspunkt und erweitert den Blick über eine ausschließlich menschenzentrierte Perspektive hinaus. Im Mittelpunkt steht das Feminist AI Framework (FAIF), das technische, soziale und ökologische Zusammenhänge gemeinsam betrachtet. Es fragt nicht nur danach, wie KI gestaltet und eingesetzt wird, sondern auch, wer von ihr profitiert, wer ihre Kosten trägt und wessen Interessen und Lebensbedingungen in Entscheidungen einbezogen werden – oder unberücksichtigt bleiben.
Der Vortrag lädt dazu ein, vertraute Vorstellungen von Objektivität, Effizienz und menschenzentrierter KI zu hinterfragen und KI in ihren gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenhängen neu zu betrachten.
Zielgruppe
Beschäftigte, die sich mit gesellschaftlichen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz und Fragen von Geschlecht, Gerechtigkeit und Teilhabe auseinandersetzen und unterschiedliche Perspektiven auf die Entwicklung und Nutzung von KI kennenlernen möchten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Methoden
Fachlicher Impuls, Dialog und Austausch
Hinweis
Der Vortrag greift unter anderem Überlegungen aus dem Buch „Code und Care. Mit feministischer KI die Welt gerechter gestalten“ (2026) der Referentin auf.