Um 1900 veränderte sich das Verhältnis von Stadt und Land grundlegend. Industrialisierung und Urbanisierung machten die Städte zu Zentren wirtschaftlicher und kultureller Dynamik. Neue soziale Milieus entstanden, aber auch Spannungen, die das städtische Leben prägten. Hektik, Lärm und Enge lösten eine Sehnsucht nach dem Ländlichen aus – als Gegenwelt und Erholungsraum idealisiert. In der Kunst fand all dies Widerhall. Die Berliner Secession vereinte Künstler*innen, die sich vom akademischen Kunstbetrieb abwandten und die Widersprüche der Moderne thematisierten. Maler wie Baluschek, Nagel oder Jaeckel zeigten Glanz und Elend der Stadt; Hagemeister und Leistikow die stille Natur. Die Ausstellung »Havelluft und Großstadtlichter« macht diesen Kontrast sichtbar.