Die französische Couturière Madame Grès (1903 – 1993) schuf Mode, die weit über den Laufsteg hinausweist – Kleidung als Kunstform, Drapierung als Manifest. Ihr Werk, das stark von der griechischen Antike und der Bildhauerei inspiriert ist, zählt zu den herausragendsten Leistungen der Haute Couture im 20. Jahrhundert. Mit ihren fließenden, skulpturalen Roben prägte sie eine Ästhetik, die bis heute fasziniert: Zeitlose Eleganz trifft auf handwerkliche Perfektion. Das Modeseminar begleitet die Sonderausstellung »Many Shades of Grès« im Kunstgewerbemuseum. Erstmalig wird hier im deutschsprachigen Raum das Werk dieser außergewöhnlichen Designerin umfassend gewürdigt. Anhand von Originalentwürfen und ausgewählten Exponaten aus den 1960er- bis 1980er-Jahren untersucht das Seminar Grès’ gestalterische Prinzipien, ihre Rolle innerhalb der Pariser Couture und ihr Verhältnis zu Kunst, Zeitgeschichte und weiblicher Identität.